Bist du ein geduldiger Mensch? Ich bin es eher nicht. Ich möchte, dass sich Dinge bewegen. Dass Veränderung kommt. Und zwar möglichst sofort. Auch im Gebet. Wenn ich bete, hoffe ich oft, dass Gott schnell antwortet – und am liebsten genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Doch Gott hat im Laufe meines Lebens immer wieder an mir gearbeitet. Nicht, indem er schneller wurde, sondern indem er mich langsamer gemacht hat. Er hat mir gezeigt, dass er den besseren Weg kennt – und dass echtes Vertrauen oft dort beginnt, wo meine Ungeduld endet.
Gerade wenn es um Veränderungen, Visionen oder neue Schritte geht, kennen viele von uns solche Wartezeiten. Phasen, in denen sich nichts bewegt. Gespräche mit anderen zeigen mir: In diesen Zeiten kommen fast automatisch Sorgen. Wir werden unruhig, gestresst, innerlich hart. Wir beginnen zu zweifeln – und zu klagen.
So ging es schon den Israeliten auf dem Weg aus Ägypten. Gott hatte sie aus der Sklaverei befreit, aber der Weg ins verheißene Land dauerte länger als erwartet. „Unterwegs verloren sie die Geduld und klagten Gott und Mose an“ (4. Mose 21,4b–5a).
Was sie nicht erkannten: Es war nicht die Länge des Weges, die sie aufhielt – sondern ihr Murren. Egal, was Gott tat, es reichte nie. Kein Wasser? Gott schenkte Wasser. Kein Essen? Gott schenkte Manna. Und trotzdem waren sie unzufrieden. Warten fällt uns oft leichter, wenn wir uns dabei beschweren dürfen.
Doch die Bibel ist da sehr klar: „Ein Mensch ohne Besonnenheit richtet Schaden an; wer hastig handelt, tritt fehl“ (Sprüche 19,2). Ungeduld bringt selten gute Frucht hervor.
Ich verstehe den Frust, wenn wir es eilig haben – und Gott nicht. Ehrlich gesagt: Gott hat es eigentlich nie eilig. Die Bibel erinnert uns daran, dass ein Tag bei Gott wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. Sein Zeitmaß ist ein anderes.
Unsere Reaktion ist oft Aktivismus. Wir versuchen, Gott zu „helfen“, Dinge selbst anzuschieben, Abkürzungen zu nehmen. Meist kostet das nur Kraft – und bringt uns eher in Schwierigkeiten. Der Glaube, nach dem ich mich sehne, ist ein Glaube, der mich auch im Sturm ruhig bleiben lässt.
David schreibt: „Warte still und geduldig darauf, dass der HERR eingreift. (…) Lass dich nicht von Zorn und Wut überwältigen“ (Psalm 37,7–8).
Ruhe ist kein Zeichen von Gleichgültigkeit, sondern von Vertrauen. Ruhe sagt: Gott ist am Werk – auch wenn ich es gerade nicht sehe.
Als Jesus mit seinen Jüngern im Sturm auf dem See war, schlief er. Während die Jünger panisch wurden, ruhte er. Nicht, weil ihm der Sturm egal war, sondern weil er wusste, wer im Boot ist. Sein Schlaf war gelebtes Vertrauen.
Herausforderung für heute: Wenn du gerade wartest: Beschwere dich heute bewusst kein einziges Mal über das, was sich verzögert. Stattdessen bete jedes Mal: „Gott, ich vertraue dir – auch hier.“
Sei gesegnet!
„Geduld ist nicht passives Warten, sondern aktives Vertrauen“ (Unbekannt).


